Hydraulischer Abgleich der Zirkulation
Nach unserer Erfahrung ist er die häufigste einzelne Ursache für Befunde: der fehlende hydraulische Abgleich der Zirkulation.
Damit das Warmwasser überall schnell und heiß ankommt, läuft es im Kreis: vom Trinkwassererwärmer durch die Steigstränge nach oben und über die Zirkulation zurück.
Wasser nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Der größte Teil fließt durch die kurzen Stränge nahe am Trinkwassererwärmer.
Die entfernten Stränge werden kaum durchströmt. Das Wasser kühlt aus, oft weit unter 55 °C. Genau dort, am Ende der langen Wege, finden wir die Befunde.
Mehr Temperatur am Trinkwassererwärmer erreicht die schlecht durchströmten Stränge trotzdem nicht. Die nahen werden noch heißer, die entfernten bleiben kalt.
Auch eine stärkere Pumpe ändert die Verteilung nicht. Ohne Regulierventile lässt sich die Zirkulation nicht gezielt einregulieren.
Abgleich bedeutet: In jeden Zirkulationsstrang wird ein Regulierventil eingebaut, das den Durchfluss so begrenzt, dass alle Stränge ausreichend durchströmt werden.
Thermostatische Zirkulationsregulierventile regeln abhängig von der Wassertemperatur selbsttätig nach.
- mindestens 60 °C am Warmwasseraustritt des Trinkwassererwärmers
- mindestens 55 °C im Zirkulationsrücklauf, höchstens 5 Grad kühler als am Austritt
- Warmwasser braucht in einzelnen Wohnungen lange, bis es heiß kommt.
- Befunde liegen vor allem oben oder in den vom Heizraum am weitesten entfernten Strängen.
- Der Zirkulationsrücklauf liegt unter 55 °C, obwohl der Austritt 60 °C erreicht.
- Kaltwasser kommt in einzelnen Wohnungen spürbar warm an.
Ingenieurbüro Brück GmbH · Labor für Trinkwasseranalytik
So funktioniert der Abgleich
Nach unserer Erfahrung ist der fehlende hydraulische Abgleich der Zirkulation die häufigste einzelne Ursache für Befunde. Damit das Warmwasser überall schnell und heiß ankommt, läuft es im Kreis: vom Trinkwassererwärmer durch die Steigstränge nach oben und über die Zirkulation zurück. Ohne Abgleich fließt der größte Teil durch die kurzen Stränge nahe am Trinkwassererwärmer. Die weiter entfernten Stränge werden kaum durchströmt, das Wasser darin kühlt aus. Genau dort, am Ende der langen Wege, finden wir die Befunde.
Abgleich bedeutet: In jeden Zirkulationsstrang wird ein Regulierventil eingebaut, das den Durchfluss so begrenzt, dass alle Stränge ausreichend durchströmt werden. Heute werden dafür meist thermostatische Zirkulationsregulierventile eingesetzt. Ohne Regulierventile lässt sich die Zirkulation nicht gezielt einregulieren, auch nicht mit einer stärkeren Pumpe.
Ohne Abgleich
Mit Abgleich: ein Regulierventil je Strang
Linienstärke = Durchfluss, Kästchen = Temperatur am Strangende
Hinweise auf einen fehlenden Abgleich
- Warmwasser braucht in einzelnen Wohnungen lange, bis es heiß kommt.
- Befunde liegen vor allem oben oder in den vom Heizraum am weitesten entfernten Strängen.
- Der Zirkulationsrücklauf liegt unter 55 °C, obwohl der Austritt 60 °C erreicht.
- Kaltwasser kommt in einzelnen Wohnungen spürbar warm an.
Warum „Speicher hochdrehen“ nicht hilft
Mehr Temperatur am Trinkwassererwärmer erreicht die schlecht durchströmten Stränge trotzdem nicht: Die nahen werden noch heißer, die entfernten bleiben kalt. Dafür steigen Energieverbrauch und Verbrühungsgefahr, und Kunststoffleitungen altern schneller. Auch eine regelmäßige kurze Aufheizung auf 70 °C („Legionellenschaltung“) löst das Problem nach unserer Erfahrung nicht dauerhaft: Sie erreicht die schlecht durchströmten Stränge kaum und trägt den Biofilm nicht ab.
Temperaturen, Stagnation, Dämmung und Wartung: mehr dazu auf der Seite „Legionellen vorbeugen“.